Besuch beim Betreuungsbüro in Ottobeuren – Besserungen für gesetzliche Betreuer

 

Im Gespräch mit Jochen Pofahl, Stephan Böck und Hans Pflieger wurde eines schnell klar: Die Rahmenbedingungen für diesen wichtigen Beruf müssen attraktiver werden.

Das Gefüge zwischen Stundensatz für die Betreuung und die anwachsenden Anforderungen – wie die ausufernde Dokumentationspflicht, der ständiger Rechtfertigungsdruck ebenso wie die Verantwortung als rechtlicher Stellvertreter – ist im Ungleichgewicht. Ebenso ist der Stundensatz pro Betreutem zu gering, als dass neben den Verwaltungsaufgaben noch viel Zeit für das eigentlich Wichtige ist – der persönliche Kontakt. „Wir sehen uns nicht nur als rechtliche Vertretung, sondern möchten in unserer Arbeit die persönliche Beziehung hochhalten. Das ist momentan sehr schwer in Einklang zu bringen“, erklären Jochen Pofahl und seine Kollegen.

Zusätzlich wird der Beruf immer wichtiger, denn zum einen kennen sich viele Angehörige bei dem derzeitigen Bürokratie-Dschungel nicht mehr aus, zum anderen wird es immer mehr ältere Menschen, auch mit dementieller Erkrankung geben. Ebenso entwickelt sich der Arbeitsmarkt immer internationaler und viele Angehörige können sich künftig rein geographisch nicht länger um ihre Eltern kümmern. „Ein Großteil aller gesetzlichen Betreuer ist über 50 Jahre alt, ohne geeigneten Nachwuchs zu finden. Es ist 5 vor 12, um das Berufsbild attraktiver zu gestalten und diese Probleme anzugehen“, appelliert Daniela Busse, Direktkandidatin für den Bezirk.

Der Beruf des gesetzlichen Betreuers muss als eine Profession verstanden werden. Man benötigt ausgeprägte soziale Kompetenzen ebenso wie rechtliches Knowhow. „Dass dieses Berufsbild immer noch keine Zugangsvoraussetzungen besitzt, um die Qualität sicherzustellen, ist für mich nicht begreiflich und muss dringend geändert werden“, so Frank Häring, Kandidat für den Bezirk, abschließend.


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